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Die moderne Gabel wurde in Neapel erfunden.

person Geschrieben von: Olivier list Im: Category 1 Auf:
Die moderne Gabel wurde in Neapel erfunden.

Die Gabel, mit der heute jeder isst, ist neapolitanisch: Eine kurze Geschichte der Gabel

Die Gabel, mit der heute jeder isst, ist neapolitanisch.

Aber wie aßen die Menschen früher? Sie aßen mit den Händen. Dies war das natürlichste Werkzeug des Menschen, und mit den Händen zu essen galt keineswegs als unhöflich. Es war gesellig und ganz einfach, und das Essen mit den Händen gehörte zum damaligen gesellschaftlichen Kodex. Im Mittelalter benutzten die Menschen auch Brot zum Essen.

Historisch gesehen wurde Essen hauptsächlich mit den Händen verzehrt, eine Geste, die damals als natürlich, gesellig und vollkommen im Einklang mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten der Zeit empfunden wurde. Im Mittelalter war es auch üblich, Brot als Tischaccessoire zu verwenden.

Die lange Abwesenheit der Gabel in der Kulinarik lässt sich durch eine spezifische kulinarische Gegebenheit erklären: Bis weit ins Mittelalter hinein bestanden Speisen hauptsächlich aus flüssigen oder cremigen Zubereitungen wie Suppen, Brühen, Eintöpfen und Pürees, wodurch der Einsatz einer Gabel überflüssig erschien.

Schließlich tauchte die Gabel im Byzantinischen Reich zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert erstmals auf. Der byzantinische Hof führte dieses einzigartige Instrument mit seinem langen Griff und den zwei Zinken ein und markierte damit einen bedeutenden Wandel in den Essgewohnheiten.

Sie war ein sehr kostbarer Gegenstand, da sie damals aus äußerst seltenen Materialien wie Gold gefertigt wurde. Tatsächlich gab es bereits in früheren Zeiten gabelähnliche Utensilien, die jedoch nicht zum Essen verwendet wurden. Sie dienten zum Servieren oder Wenden von Speisen, nicht zum Essen selbst.

Die Verwendung der Gabel hat ihren Ursprung im Byzantinischen Reich zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert. Zu jener Zeit führte der byzantinische Hof dieses einzigartige Besteck mit seinem langen Griff und den zwei Zinken ein und markierte damit einen bedeutenden Wandel in den Essgewohnheiten.

Die aus kostbaren Materialien wie Gold gefertigte Gabel stellte eine kostspielige Investition dar. Zwar gab es in der Antike bereits Utensilien mit vergleichbarer Funktion, doch dienten diese ausschließlich dem Servieren oder Hantieren mit Speisen beim Kochen, nicht dem direkten Verzehr.

Nach ihrer Einführung war die zweizinkige byzantinische Gabel der Elite und den Mitgliedern des Hofes vorbehalten. Ihre Verwendung war ein deutliches soziales Statussymbol, das es dem Adel ermöglichte, seinen Rang zu betonen und eine symbolische Distanz zum Rest der Bevölkerung zu demonstrieren.

In dieser Zeit entstand die moderne Gabel in Venedig, damals eine bedeutende Seemacht und wichtige Verbindung zwischen dem Westen und dem Osmanischen Reich. Der Überlieferung nach wurde dieses Besteck von einer byzantinischen Prinzessin in Venedig eingeführt. Anfänglich löste diese zweizinkige Gabel erhebliche Kontroversen in der Bevölkerung aus, da ihre Verwendung als oberflächliche Zurschaustellung galt, während das Essen mit den Händen eine sakrale Bedeutung hatte.

Dennoch verbreitete sich diese Neuerung allmählich in ganz Italien und erreichte schließlich Neapel. Im Zuge dieser Verbreitung entwickelte sich die byzantinische Gabel weiter und erhielt einen dritten Zinken.

Die Gabel wurde 1533 von Katharina von Medici in Frankreich eingeführt und ab 1574 unter Heinrich III. populär gemacht. Dennoch dauerte es ein Jahrhundert, bis sie sich im Alltag fest etabliert hatte.

Unter der Bourbonen-Dynastie entwickelte sich Neapel zu einer bedeutenden europäischen Hauptstadt und strahlte kulturellen, künstlerischen, innovativen und gastronomischen Einfluss aus.

In dieser Zeit veranstaltete der Hof jährlich immer aufwendigere und raffiniertere Bankette. Dieser historische Kontext markiert einen bedeutenden Wandel in den Essgewohnheiten der neapolitanischen Bevölkerung: Einst als „Gemüseesser“ bekannt, übernahmen die Einwohner nach und nach die Pasta und erhielten so den Beinamen „Gemüseesser“.

Die wachsende Begeisterung für Pasta, sowohl in der Bevölkerung als auch am Hof, stellte jedoch eine große technische Herausforderung dar. Das damalige Besteck, insbesondere die herkömmliche Gabel, erwies sich als ungeeignet und ineffizient für den Verzehr von Spaghetti, was den Genuss dieser Speise erheblich erschwerte.

Im Jahr 1770 erkannte Gennaro Spadaccini, Kammerherr am Hof ​​und zuständig für das königliche Protokoll, die Notwendigkeit einer ergonomischen Weiterentwicklung dieses Bestecks. Der Überlieferung nach gilt er als Erfinder der modernen Gabel, da charakteristisch für dieses Modell sind seine vier Zinken. Im Vergleich zu früheren Ausführungen zeichnete sich diese neapolitanische Version durch einen kürzeren Griff und feinere Zinken aus, was die Handhabung optimierte.

Mit der Zeit etablierte sich dieses Design in Neapel, bevor es sich international verbreitete. Das Besteck, das wir täglich benutzen, ist somit tief in der italienischen Lebensart verwurzelt.

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